Die zum Teil explodierenden Kosten der Krankenkassen und die neuesten Zahlen über Fettleibigkeit und Übergewicht haben die Regierung dazu veranlasst in der Koaltitionsvereinbarung festzuschreiben, dass geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden sollen.

Drei große Punkte werden hier kurz erklärt:

  1. Die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie: Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten
  2. Die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung
  3. Die EU Initiative zur Verbesserung der Kontrollen von Bio-Lebensmitteln aus Drittländern

Zucker, Fette und Salz

Das Thema Zucker, Fette und Salz in den beliebten Fertigprodukten, die Inhaltsstoffe vor allem von Fertiggerichten für Kinder sollen vor allem durch die Zusammenarbeit mit der verarbeitenden Lebensmittelindustrie angegangen werde. Hier sollen vor allem Innovationen zur Vermeidung der übermäßigen Beigabe dieser Zutaten gefördert werden. Als Aromen-Träger kann man deren Anteil nicht über Nacht aus dem Gericht streichen. Gesunde neue Zutaten müssen hier zum Einsatz kommen.

Die wichtigsten Handlungsfelder dieser Reduktions- und Innovationsstrategie sind:

  • Im Fokus Kinder und Jugendliche: Produkte mit eindeutigem Fokus für Kinder als Konsumenten (Aufmachung und Werbung), Säuglings- und Kleinkindernahrungsmittel, sowie Kooperation mit Schulen und Kitas
  • Im Fokus Zucker: neben der grundsätzlichen Verbesserung der Nährstoffzusammensetzung, vor allem Reduktion der Gesamtenergiezufuhr
  • Im Fokus Fette: Ersatzprodukte aus neuen Innovationen zur Vermeidung der gesundheitsschädlichen Transfette
  • Im Fokus Salz: Vermeidung von Salzspitzen durch den Mix aus verschiedenen salzhaltigen Lebensmitteln
  • Im Fokus Ernährungskompetenz der Bevölkerung: Aufklärungskampagnen und leichte Verständlichkeit der Zutaten sollen helfen die Bevölkerung noch weiter für dieses Thema zu sensibilisieren.

Lebensmittelverschwendung

Mindesthaltbarkeitsdaten geben, wie der Name schon sagt, ein Datum bis wann ein Lebensmittel haltbar sein muss. Die Überschreitung dieses Datums bedeutet nicht, dass die Lebensmittel danach nur mehr für den Müll geeignet sind.

Vor allem Rentner und Haushalte mit kleinem Budget haben die Erfahrung gemacht, dass man auch aus rabattierten, weil abgelaufenen, Lebensmitteln noch schmackhafte Gerichte kochen kann.

Genau da setzt nun die Nationale Strategie der Lebensmittel-Müllberge an:

  • Kooperation mit dem Einzelhandel zur Spende dieser Lebensmittel vor allem an Tafeln und ähnliche Initiativen
  • Kooperation mit der verarbeitenden Industrie, auch um Überproduktion zu vermeiden
  • Förderungen von Kooperationen mit Außer-Haus-Verpflegungsstätten
  • Kooperationen mit der produzierenden Agrarindustrie

Viel Lebensmittelabfall entsteht schon direkt auf dem Feld, weil Früchte und Gemüse nicht der Norm entsprechen. Hier gibt es schon seit 2012 die Initiative „Zu gut für die Tonne“! Lebensmittelverschwendung wurde so in einem breiteren Rahmen den privaten Haushalten bewusst gemacht.

Aussagen von Agrarbetrieben aus der Permakultur, Demeter und weiteren Bio-Erzeugern erklären zudem, dass so mancher Schönheitsfehler, beispielsweise eines Apfels, zur Ausbildung von gesundheitsfördernden Enzymen führen kann.

Ein Hagelkorn, welches eine Baumfrucht beschädigt, sorgt dafür, dass die Frucht umgehend einen eigenen Heilungsprozess startet, um die offene Stelle wieder zu schließen. Die dabei eingesetzten natürlichen Abläufe im Apfel sorgen für eine bessere Zusammensetzung in den ernährungsrelevanten Stoffen.

Bio-Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern

Bio und regional sind die großen Gewinner, speziell im Bereich Gemüse und Obst. Hierfür gibt es von der EU strenge Richtlinien und Kontrollen. Verschiedene Bio-Produzenten engagieren sich noch intensiver in diesem Bereich und haben noch weitere, eigene Kontrollsysteme. Diese Qualitätskontrollen setzen schon bei der Bodenpflege an.

Es ist mittlerweile sehr einfach, für den interessierten Kunden, ein Lebensmittel bis zum produzierenden Bauernhof zurückzuverfolgen. Hier hat auch der Einzelhandel seinen Beitrag geleistet mit seinen teilweise eigenen Bio-Linien.

Gänzlich anders liegt der Fall aber bei Bio-Produkten aus Drittländern. Hier vor allem aus Asien, Afrika und Südamerika. Lockerere Standards und unterschiedliche Regelungen tragen nicht zur Transparenz beim Kunden bei.

Die Initiative der EU setzt nun genau an diesem Punkt an. Eine stichprobenartige Kontrolle bei der Einfuhr ist zu wenig, um den Kunden ein wirkliches BIO-Erzeugnis anzubieten. Intensivere Zusammenarbeit und Aufklärung über die EU Richtlinien stehen im Vordergrund. Der EU als großem und gewinnbringendem Absatzmarkt liegt daran, Ihre Richtlinien auch auf die Herkunftsländer auszudehnen und das Bio-Siegel so weiter zu stärken.

Kommt beim Einkaufsverhalten von Privathaushalten und Essensabgaben ein Bewusstsein für die Qualität von Lebensmitteln vermehrt zum Einsatz, steht einem Erfolg dieser verschiedenen Initiativen und Strategien nichts mehr im Wege.

Die Lebensmitteltechnologie forscht an gesünderen Inhaltsstoffen und mit der Aufklärung der Bevölkerung wird sich das Bewusstsein für qualitativ hochwertige Produkte schnell steigern. So können weitere Aktionspläne erstellt werden um die hohen Kosten für das Gesundheitssystem in Grenzen zu halten.

Quellen & Links: